Forschung

Im Mittelpunkt der Forschungstätigkeit in der Abteilung Biologische Psychologie steht die Untersuchung der neuronalen Grundlagen der Verarbeitung von Handlungskonsequenzen beim Menschen. Jede Handlung bzw. Bewegung hat mittelbare oder unmittelbare Konsequenzen. Zunächst sind dies einfache perzeptuelle Konsequenzen. So führt z.B. jede Augenbewegung dazu, dass sich das Bild unserer Umwelt auf der Retina verschiebt. Diese Verschiebung muss bei der Wahrnehmung berücksichtigt werden, wenn wir ein stabiles Bild unserer Umwelt sehen wollen. Ein ähnlicher Mechanismus sorgt dafür, dass auch die empfindlichsten Personen sich nicht selbst kitzeln können. Handlungen können aber auch weitreichendere Folgen haben. Sie können richtig oder falsch sein und zu finanziellen Verlusten oder Gewinnen führen. Hier spielen Lernprozesse eine wichtige Rolle: Es ist adaptiv, aus negativen Konsequenzen zu lernen und zukünftig Optionen zu wählen, die positive Konsequenzen haben. In allen genannten Beispielen sind Vorhersagen bei der Abschätzung von Handlungskonsequenzen von entscheidender Bedeutung. Wir beschäftigen uns damit, welche Hirngebiete für das Lernen aus Konsequenzen besonders wichtig sind, wo im Gehirn Vorhersagen generiert werden und welche Strukturen Abweichungen zwischen Vorhersage und tatsächlich eingetretenem Ereignis verarbeiten. Anknüpfende Interessengebiete beziehen sich auf Unterschiede zwischen aktivem und beobachtungsbasiertem Lernen von Handlungskonsequenzen, sowie die Rolle von Handlungserfahrung für die neuronale Repräsentation von bisher unbekannten Objekten im semantischen Gedächtnis. 

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